Hintergründe
zu Filmen der 13. Fuhlsbüttler Filmtage
2005

 

Kurzbiografien
der Titelheldinnen

Olga Benario Prestes


Olga Benario

Olga Benario Prestes
(historisches Foto)
Olga Benario-Prestes, *12. Februar 1908 in München, † im Februar 1942 in Bernburg, gebürtige Olga Gutmann Benario, war eine äußerst streitbare deutsch-brasilianische Kommunistin und Revolutionärin.

Mit 17 Jahren ging die aus bürgerlich-jüdischem Elternhaus stammende Olga Gutmann 1926 nach Berlin-Neukölln und engagierte sich dort im Kommunistischen Jugendverband (KJVD). Nach der von Olga Benario organisierten spektakulären Gefangenenbefreiung ihres Genossen und Lebensgefährten Otto Braun aus dem Untersuchungsgefängnis Moabit floh sie über die Tschechoslowakei nach Moskau, nahm dort am am V. Weltkongress der Kommunistischen Jugendinternationale teil und erfüllte verschiedene Aufträge in der Sowjetunion, in Frankreich und Großbritannien

1934 ging sie an der Seite von Luís Carlos Prestes nach Brasilien, um dort gemeinsam mit ihm die Kommunistische Partei aufzubauen und eine revolutionäre Entwicklung zu unterstützen. Der Aufstand vom 27. November 1935 gegen das brasilianische Militärregime von Vargas schlug fehl. Benario und Prestes - die unterdessen geheiratet hatten - mussten untertauchen. 1936 wurde Olga Benario verhaftet und hochschwanger an Hitlerdeutschland ausgeliefert. 

Nach der Geburt ihrer Tochter Anita im November 1938 im Gestapo-Gefängnis in der Barnimstraße in Berlin war Olga Benario im Frauen-KZ Lichtenburg und anschließend drei Jahre im KZ Ravensbrück inhaftiert. Sie wurde 1942 in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Bernburg (bei Magdeburg), die zu einer Tötungsanstalt umfunktioniert worden war, vergast.




Tamara Bunke


Tamara Bunke
(historische Aufnahme)
Tamara Bunke, Deckname: Tania, von vielen "Tania la Guerrillera" genannt. *19. November 1937 in Buenos Aires, Argentinien; † 31. August 1967 in Vado de Puerto Mauricio, Bolivien. 

Tamara Bunke wurde in Argentinien als Tochter deutscher Emigranten geboren. Beide Elternteile hatten bis 1935 in der damaligen KPD illegal gearbeitet, die Mutter hatte jüdische Eltern. In Argentinien kamen sie bei dort lebenden Verwandten unter, nahmen schnell am regen Leben der großen Emigranten-Gemeinde teil. Der Vater wurde Mitglied der Kommunistischen Partei Argentiniens. In dieser Umgebung erlebte Tania eine glückliche und zufriedene Kindheit. Sie war sportlich sehr aktiv, las sehr viel und interessierte sich besonders für südamerikanische Musik und Folklore. 

1952 kehrte die Familie nach Babelsberg (bei Potsdam, DDR) zurück, ließ sich später aber in Eisenhüttenstadt (Stalinstadt) nieder. Während eines kubanischen Staatsbesuchs in der DDR im Jahr 1960 dolmetschte sie für Che Guevara. Im Jahr darauf reiste sie selbst nach Kuba (wo sie bis 1964 blieb). Sie wird begeistert aufgenommen, organisiert Internationale Studentenkongresse und leistet neben ihrem Studium an der Journalistischen Fakultät Wachdienste in der Revolutionären Miliz.

Als sich Che Guevara 1966 entschloss die Nationale Befreiungsarmee Boliviens (ELN) tatkräftig zu unterstützen, schloss sie sich ihm an. Zunächst arbeitete sie in La Paz (Bolivien) im Untergrund für die logistische Unterstützung der Guerrilla. Nach ihrer Enttarnung im März 1967 floh sie zu der Partisaneneinheit um Che Guevara in die Wälder. Sie starb zusammen mit Commandante Juan Vitalio Acuña Núñez in einem feindlichen Hinterhalt des bolivianischen Militärs am Rio Grande nahe Santa Cruz de la Sierra. Ihr Körper wurde sieben Tage später am Ufer des Rio Grande gefunden.







13. Fuhlsbüttler Filmtage

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Veranstaltungsort:
Grüner Saal
Im Grünen Grunde 1
22337 Hamburg
direkt am U-/S-Bahnhof Ohlsdorf
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