Hintergründe
zum Thema der 15. Fuhlsbüttler Filmtage
2007

Torhaus am Suhrenkamp -
das "Tor zur Hölle"
A
ls Anfang der 80er Jahre der Senat im Rahmen einer baulichen Gefängnissanierung auch das historische Torhaus am Suhrenkamp zu entsorgen gedachte, regte sich Widerstand im Stadtteil. Zur Zeit des deutschen Faschismus galt dieser Zugang zum berüchtigten KolaFu (Strafanstalten, Gestapo-Gefängnis und Konzentrationslager Fuhlsbüttel) für viele Hamburger als das "Tor zur Hölle". Fast 500 Inhaftierte wurden in dieser "staatlich konzessionierten Folterstätte" ermordet oder in den Tod getrieben. Die ersten Häftlinge und Opfer waren - wie überall im Hitlerreich - Kommunisten und andere couragierte Nazigegner.

1983. Gegen einen Abriss
So bildete sich gegen die Beseitigung des Torhauses 1983 in Fuhlsbüttel und Langenhorn eine antifaschistische Bürgerinitiative. Am 27. Februar 1983 fand eine erste große, von der Bürgerinitiative und der VVN vorbereitete Demonstration gegen den Torhaus-Abriss statt. Der Marsch nahm seinen Ausgang beim Bahnhof Ohlsdorf und führte zum "Mahnmal für die Opfer der NS-Diktatur" auf dem Friedhof Ohlsdorf. Seinen Abschluss fand er in einer Kundgebung vor dem Torhaus am Suhrenkamp. Wir dokumentieren hier Bilder eines unbekannten Fotografen von diesem Ereignis. 

Zum Abschluss des Marsches kam auch Helmuth Warnke auf der Kundgebung vor dem Torhaus zu Wort (siehe zweite Bildzeile, 2. Bild von links): „Wenn junge Menschen heute erfahren, dass Fuhlsbüttel zwölf Jahre bestanden hat und die Behandlung der politischen Gefangenen immer unmenschlicher gehandhabt wurde, können sie sich vielleicht vorstellen, warum wir Ehemaligen dieses Torhaus das 'Tor zur Hölle' nennen. Diese Straße hier hat nicht länger verdient, dass sie den Namen Suhrenkamp trägt, sie müsste längst 'Golgatha-Straße' heißen."

1987. Gedenkstätte
Die Bürgerinitiative setzte schließlich nicht nur den Erhalt der Baulichkeit durch, sondern bemühte sich auch um die Einrichtung einer Gedenkstätte im Torhaus. So konnte am 6. November 1987 die "Gedenkstätte KolaFu" der Öffentlichkeit übergeben werden. Auch ging aus dieser Initiative 1988 die Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e.V. hervor. Bereits zum 15. Male ist die Bredelgesellschaft nun die Veranstalterin der Fuhlsbüttler Filmtage. 

2003. Neueröffnung
Zwanzig Jahre nach der Demonstration zum Torhaus. Am 4. September 2003
wird - nach einer Überarbeitung der ständigen Ausstellung - die Gedenkstätte am Suhrenkamp neu eröffnet. Holger Tilicki (siehe nachfolgende drei Fotos) und Kamal Salehezadeh von der Bredelgesellschaft hielten das Ereignis mit der Kamera fest. -nko

Website der KZ-Gedenkstätte Neuengamme über die KZ-Gedenkstätte Kolafu



15. Fuhlsbüttler Filmtage

Programm - Plakat - Kontakt
Veranstaltungsort:
Grüner Saal
Im Grünen Grunde 1
22337 Hamburg
Anfahrt
direkt am U-/S-Bahnhof Ohlsdorf
Kontakt zum Org-Team der Filmtage
und zur Redaktion dieser Seite


zurück zur Hauptseite